Test der Zeit

Den Bogen überspannt, alle Räder überdreht · Wie lang wirds noch dauern, bis gar nichts mehr geht · Die Zeichen der Zeit lang schon verpennt · Alarmsignale über Disneyland ·· Eine perfekte Menschenführung funktioniert · Weil sie noch kaum einer am eigenen Leibe spürt · Doch die Blender werden schwächer an jedem einzelnen Tag · Das bunte Einerlei verblasst und versagt · UND WEIL IHR WISST, EUCH SCHLÄGT DIE STUNDE, BELLT IHR WIE GEHETZTE HUNDE · UND ICH WEISS, WER DEN ABGANG NICHT BEWEINT · EURE WELT IST SO AM ENDE, GLAUBT IHR AUCH NOCH AN DIE WENDE · SEID IHR LÄNGST SCHON AUSGEZÄHLT VOM TEST DER ZEIT · Und die Stimmen werden lauter, sind nicht mehr zu überhören · Die sich auf den Straßen gegen das Unrecht wehren · Wasserwerfer rollen, das ist alles, was passiert · Doch ein Problem löst sich nicht auf, nur weil ihr es ignoriert

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Kartell der Kassierer

Das Gesicht zur Kamera, so steht er vor Gericht · Er ist der Schurke, der Kanonen in den Golf verschifft · Aufgeflogen und gestellt, hinein ins Licht gezerrt · Ein großer Sieg für die Gerechtigkeit · Ein deutliches Signal, wer hier auf welcher Seite steht · Und dass am Ende eben doch das Gute siegt ·· Wer ist Opfer, wer ist Täter, wer gesteht? · Die Schuldfrage genießt Priorität · Namen und Gesichter, damit keiner fragt, warum · Wer hier profitiert, wem all das nützt · Weiter nichts als Vollkornbrot und Spiele fürs Gehirn · Während längst ein neuer Arsch im Sessel sitzt · WOHIN ES DEN TOD AUCH TRÄGT · DAS KARTELL DER KASSIERER, ES SIEGT UND ES LEBT · Freibier für Randale, so wie jedes Jahr · Ein Hunderter für deutsche Grüße vor der Kamera · Wer ist hier die Drecksau, wer ist hier das größte Schwein · Was soll all die dumme Fragerei · Scheiß doch drauf, der Pöbel will ja unterhalten sein · Erste Reihe, ständig live dabei

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 


Wir kriegen dich

Jeder kann hier seine Meinung sagen, frei und unzensiert · Wenn sie konform ist, wird sie nutzlos sein, und falls es ernst wird, kommen wir · Auch du kannst sagen, was du denkst, probier nur aus, wie weit du kommst · Wir sind immer hinter dir und warten schon auf unsere Chance · UND DU WIRST SCHON SEHEN, WIE SCHNELL DAS GEHT · DEINE ZEIT LÄUFT DIR DAVON · EINES TAGES KRIEGEN WIR DICH · UND DEIN URTEIL GIBT ES SCHON · Wenn du für uns gefährlich wärst, glaub mir, wärst du längst schon still · Deine ganzen wirren Ideen sind doch das letzte, was hier jemand will · Und wenn der Tag gekommen ist, wenn du zum Amokläufer wirst · Dann werden wir zur Stelle sein, und du kriegst, was du verdienst ·· Deinen Querkopf stopfen wir uns aus, hängen ihn uns an die Wand · Glaub nicht, dass es einen Fluchtpunkt gibt, uns ist jeder Schritt bekannt · Ja, wir sind die stumme Gewalt ohne Seele und Gesicht · Und wir nageln schon an deinem Sarg - Lieber Freund, du entkommst uns nicht

[Text] Oliver Stöhr, Sander N. [Musik] Oliver Stöhr

 


Kanther-Song

Rechte Parolen, von euch nicht erdacht · Doch schon so manches Mal von euch salonfähig gemacht · In abgeschwächter Form nicht ungern aufgegriffen · Und doch auf Distanz, ihr habt das Spiel begriffen · NEIN, WIR NENNEN EUCH NICHT NAZISCHWEINE · DOCH WAS EUCH VERBINDET, IST VIEL MEHR ALS WAS EUCH TRENNT · IHR SEID DIE BRÜCKE FÜR DIE MORDVEREINE · DIE OHNE EUER TUN UND LASSEN OHNE BODEN SIND · Fahneneid und Hymnenkult, Ordnungsliebe, Vaterland · Hierarchie und Pflichterfüllung, Gleichschritt Marsch und starke Hand · Stets im Hintergrund, versteckt im Schneckenhaus · Was ihr fast harmlos formuliert, führen Stiefel doch nur aus ·· Ihr gebt euch alle Mühe, die Allianz zu schönen · Doch wenn am dritten Oktober die Siegeshymnen tönen · Wenn Ursache und Wirkung sich nach Belieben verdrehen · Dann wird mir wieder klar, woher bei euch die Winde wehen ·· Züchtet Fachidioten, im Schnellverfahren vollbracht · Ein Jeder möglichst schnell verwertbar gemacht · Prinzip der Selektion nach Leistung und nach Konformismus · Nach Effizienzgrad einsortiert - ist das nicht auch Faschismus?

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Respekt

Für geisteskrank erklärt, in Anstalten gesteckt · Wer redet hier von Achtung, wer spricht hier von Respekt · In Zellen eingesperrt, in Therapiezentren verlegt · Alles nur zum Selbstschutz, im Namen der Humanität ·· Beargwöhnt und bedauert, von der Seite angestarrt · Wie jemand, der einen Mord auf dem Gewissen hat · Entmündigt und getreten, die Entscheidung ignoriert · Die jeder nur selbst treffen kann nach eurem Willen korrigiert · KANN MIR IRGENDWER ERKLÄREN, WER SEID IHR EIGENTLICH · DER LIEBE GOTT PERSÖNLICH, DAS LETZTE GERICHT · DAS RECHT AUF LEBEN ALS ZWANG MISSZUVERSTEHEN · FREIHEIT HEISST AUCH, AUS EIGENEM WILLEN FORTZUGEHEN · Muss ich wirklich krank sein, um die letzte Karte zu ziehen · Ist der Wunsch so unvorstellbar, aus dem Paradies zu fliehen · Oder sind es nur die Ketten der Regeln und der Religion · Die mit Gesetzen warten oder mit Himmel und Hölle drohen

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 


Schweinewelt

Ich bin müde, ich bin träge, bin planlos, ohne Ziel · Meine Idole verlieren an Gewicht, ich leider nicht · Ich sehe was, was ihr nicht seht, und das ist grau · Schwarz und Weiß wird abgeschafft, und das wisst ihr ganz genau · SCHWEINEWELT - UND WIR LASSEN UNS VON NIEMAND AUF DIE FINGER HAUEN · SCHWEINEWELT - UND WIR LEBEN SO, WIE ES UNS GEFÄLLT · Wir sind das Gute, ihr das Böse, oder war es andersherum · Ich versteh die ganze Welt nicht mehr, ist mir auch zu dumm · Ich sehe was, was ihr nicht seht, und das ist grau · Schwarz und Weiß wird abgeschafft, und das wisst ihr ganz genau ·· Die gute Sache stirbt, wenn man anfängt, Normen dafür zu kreieren · Und wenn wir nur darauf achten, stets korrekt zu sein, werden wir verlieren

[Text] Rainer Schmidt [Musik] Rainer Schmidt

 

Am Fenster

Einmal wissen, dieses bleibt für immer · Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt · Ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer · Von dem Grau des Morgens längst verjagt ·· Einmal fassen, tief im Blute spüren · Dies ist mein und es ist nur durch dich · Nicht die Stirne mehr am Fenster kühlen · Dran ein Nebel schwer vorüberstrich ·· Einmal fassen, tief im Blute spüren · Dies ist mein und es ist nur durch dich · Klagt ein Vogel auch an mein Gefieder · Wenn ein Nebel schwer vorüberstrich

[Text] Hildegard Maria Rauchfuß [Musik] Gregori Gogow

 

Sonderzug

Ein neues Jahr bricht nun herein, und weiter rennt die Zeit · Und dem großen Held von gestern tut heute vieles leid · Zurück in die Zukunft, mit Vollgas geht es geradeaus · Und König Kalle Wirsch baut in Schilda ein Milliardenhaus ·· Hand in Hand gehen die Beschlüsse, jahrein und jahraus · Wieder fährt ein Sonderzug in die Tatnacht hinaus · Fassaden in Flammen, dahinter steriles Neonlicht · Marionettentheater, doch die im Dunkeln sieht man nicht · NICHT AUSZUHALTEN, DER TOD AUF DER SCHIENE · DOCH ALLE SOLLEN ES SEHEN · WIE IHR SIE BRAUCHT, ALL EURE ORDNUNGSHÜTER · DIE GEGEN EURE EIGENEN LEUTE STEHEN · Stimmungen sind schnell erzeugt und sind schnell Schall und Rauch · Instant-Gefühle vom Wühltisch direkt in den Bauch · Das ist uns bekannt, und wir lösen wohl auch nicht diesen Fall · Doch das Kaschieren von Symptomen verhindert nicht den großen Knall

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Das Leben ist nicht tot

Ich bin kein Weltverbesserer, der eine neue Wahrheit präsentiert · Wir sind auch keine Stille Masse, die schweigt und allerhöchstens reagiert · Es gibt gar nichts zu beweisen, nichts zu vermeiden oder auch nur zu umgehen · Denn unser Leben, das sind wir, und kein Mensch der Erde braucht sich daran stören · Wir geben uns selbst keine Namen, ich will nur meinen Weg zu Ende gehen · Wie ihr uns nennt ist so egal, denn was ich bin, soll erst auf meinem Grabstein stehen · DOCH JETZT GEHÖRT UNS DIESE ZEIT · ZU FRÜH GELACHT, ZU FRÜH GEFREUT · DAS LEBEN IST NICHT TOTZUKRIEGEN · IMMER EINEM TRAUM HINTERHER · ERWARTEN WIR EIN BISSCHEN MEHR · DAS LEBEN IST NICHT TOTZUKRIEGEN · Wir werden eure Welt nicht ändern, doch wir sind stolz darauf, wenn wir euch lästig sind · Wenn unsere Nadelstiche treffen, das lieben wir wie ein ungezogenes Kind · Und irgendwas fällt uns immer ein, so schnell werdet ihr uns nicht in Reihe sehen · Denn irgendwas wird immer besser sein, als sich im Kreislauf der Gewohnheit schwindlig drehen · Und es wird immer weitergehen, weil unser Leben unsere stärkste Waffe ist · Und das könnt ihr nicht ändern, weil unser Leben für euch unverständlich ist · Und alles, was ihr nicht versteht, wollt ihr vernichten, wollt ihr gnadenlos zerstören · Doch das Leben ist nicht tot und es wird weiter in die letzte Runde gehen

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Blut

Schick Deine Kinder in den Krieg, zu kämpfen für den Sieg, den es nie gab, nie gibt, nie geben wird · Du bist der Schattenbox-Weltmeister, der leider nie kapiert, dass er am Schluss nur an sich selbst krepiert · Du bist schwarz, mal bist du weiß und manchmal bist du rot, doch bist du nur ein bisschen anders dann wünschst du dir selbst den Tod · Freund Hein holt seine Ernte ein, die du großzügig gewährst weil du immer so verfährst - gib ihm dein Blut · BLUT · Du bist dein Richter und dein Henker, glaubst, du wärst ein großer Denker, stehst mit dem Rücken an der Wand, die Kanone in der Hand · Schießt auf dein eigenes Spiegelbild, hoffentlich triffst du es gut, denn wenn dich die Zeit einholt, ertrinkst du in deinem Blut

[Text] Rainer Schmidt [Musik] Rainer Schmidt

 

Tödliche Öde

Verbissene Mienen, erstarrte Gesichter · Halbtote Augen, versteinerter Blick · Den ersten Tod so lang schon gestorben · Ein Bild von rundum vollkommenem Glück · Seit ewig und drei Tagen stets der gleiche Tran · Was wird passieren, was fangen wir heute an · Eine tödliche Öde überzieht allen Spaß · Wie ein Morast aus grauem Mittelmaß · ICH WILL DIE EXPLOSION, WILL AUF ALLE BARIKADEN GEHEN · UND NICHT IRGENDWANN, SONDERN HIER UND JETZT · ICH WILL DIE KONTROLLE VERLIEREN · Noch nichtmal richtig scheiße, und schon gar nicht richtig gut · Du fragst, was ich will, und in mir wächst die Wut · Wann hast du zuletzt was Unmögliches gedacht · Und wann zuletzt über dich selber gelacht · Du sollst dich begnügen und bescheiden sein · Du sollst dich an all den kleinen Dingen freuen · Denn für das Große bist du nicht geboren · das tun eh die anderen, wir sind nicht auserkoren

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Revolution

So viele Worte sind gesagt · Was haben wir davon gewagt · Und wie oft fehlte nur ein bisschen Mut · Und ich bin auch so einer, der mehr redet als er tut · Wie oft war Angst doch stärker als die Wut · Jetzt häng ich hier in meinem Loch und starr die Decke an · Verkriech mich an dem Ort, an dem mich keiner treten kann · Doch langsam steigt die Stimmung, denn die nächste Nacht ist dran · Da wird so vieles einfacher, ich sauf mir einen an · Vielleicht ist das die Antwort auf all die dummen Fragen, wie oft fällt mir dazu nichts anderes ein · Soll ich immer nur besoffen sein, um alles zu ertragen, ich weiß genau, ich will nicht fertig sein · HEY, KOMM HER UND SAG MIR, DASS ES DIR GENAUSO GEHT, VIELLEICHT SIND ZWEI JA SCHON GENUG · DANN WERDEN WIR SO LAUT SCHREIEN, BIS KEIN STEIN MEHR AUF DEM ANDEREN STEHT UND HEBELN SO DIE WELT AUS, ZUG UM ZUG · KREUZT JEMAND UNSEREN WEG, LACHEN WIR IHN NUR NOCH AUS, HEY MEISTER, DEIN PSYCHIATER WARTET SCHON · ES BRECHEN EIN PAAR SPIEGEL EIN, ES SPLITTERT ETWAS GLAS, IMMER AUF DER SUCHE NACH EINEM BISSCHEN REVOLUTION · Wenn es wieder mal soweit ist, dass dich nichts mehr interessiert · Und du glaubst, du bist so unendlich klein · Und selbst auf jeden Höhepunkt fällt schnell der lange Schatten eines Tropfens auf den heißen Stein · Wenn all die ganze Scheiße dich zu ersticken droht · Du siehst Wellen, die dich überrollen · Denn du weißt genau, wir wissen viel zu viel · Von all den Dingen, die wir gar nicht wollen

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr



Arschtritt

Das Übel scheint gebannt, habt ihr jetzt euer Ziel erreicht · Die Menschheit auszubeuten, fiel euch noch nie so leicht · Den letzten Nörgler ruhiggestellt, doch unsere Zweifel blieben · Und dass wir ruhig sind, heißt noch lange nicht, dass wir Euch jetzt lieben · FREUT EUCH NICHT ZU FRÜH, DAS SPIEL IST LANGE NOCH NICHT AUS · TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER, WARTET NOCH MIT DEM APPLAUS · WIR GEHEN NICHT GERNE AN DER LEINE, WIE LANGE SIE AUCH SEI · EINMAL TRETEN WIR EUCH IN DEN ARSCH, WIR GEBEN NICHT KLEIN BEI · Kocht andere weich mit euerm Einheitsdreck, versucht es nicht bei uns · Idioten auf die Loveparade, das ist keine Kunst · Unsere Gedanken gehören uns, auch wenn ihr sie uns nicht gönnt · Sie sind das letzte, was ihr zum Glück noch nicht kontrollieren könnt · Das Übel scheint gebannt, wir sollen alle artig sein · Wenn ihr uns lange formt, passen wir in Euer Schema rein · Die Wilden kann man ignorieren und mit VIVA zügeln · Bis nachher alle im Akkord ihre Trendklamotten bügeln

[Text] Rainer Schmidt [Musik] Rainer Schmidt

 

Der gute Mensch

Du bist der gute Mensch, du bist für alles offen · Und was immer ich auch sage, macht dich sicher nicht betroffen · Mit wenn und mit aber, mit falls und vielleicht · Hab ich jedenfalls noch niemals was erreicht · Aber das ist zum Glück dein Problem ·· Nichts gegen Verständnis oder Toleranz · Im Gegenteil, das unterschreib ich dir ganz · Uns fehlt nicht die Seele, uns fehlt nicht der Geist · Nur weil Verstehen nicht immer auch Vergeben heißt · Weil Verstehen nicht Vergeben heißt ·· Und außerdem nehm ich dir das eh nicht ab · Ich kenn dich zu gut, dein Geschwätz hab ich satt · Du weißt, was du willst, so gehört sichs nun mal · Softeis-Verspritzer, pseudoliberal · Nimms nicht wichtig, du bist mir egal

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr

 

Kahlschlag

Ganz kurz vor dem Jahr 2000 scheint es, dass der Damm zerbricht · Schwingt die Sense und hebt an zum finalen Federstrich · Ein Kahlschlag zerstört es mit eiserner Hand · Alles das, was einmal positiv war hier in diesem Land ·· Schnallt die Gürtel enger, schwarze Schafe stellt euch an · Stirbt der alte Sündenbock, dann kommt gleich der nächste dran · Eine gnadenlose Hetzjagd und kein Ende der Gewalt · Die neue Zeit steht vor der Tür und macht vor keiner Mauer halt · Hin und Her durch diese Wüste ziehen wir unsere Bahnen und ein Ende nicht in Sicht · Zur Endstation "Verbrannte Erde", pöbelt uns nur an, aber schaut uns in's Gesicht! · Hebt das Glas, leert es aus auf das Wort Reform · Kreuzgang über Leichen, ein Leben für die Euronorm · Der Standort ist gesichert und das Kind "Fortschritt" getauft · Mit Hungertod im Luxusland zu fairem Preis erkauft · Es heißt, ein "Notwendiges Übel" sei wieder von Nöten · Nicht alle Mörder brauchen Waffen, um zu töten

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr


Wolfgang Grams

Die Nacht ist kalt, und alles schläft · Irgendwo in einem neuen Land · Als die Falle zuschlägt - der Hase ist tot · Der Hase ist tot ·· Freie Einreise · Ohne Visum in die Ewigkeit · Gestorben am staatlichen Mordmonopol · Und keiner weiß, was keiner wissen soll ·· Behördliche Intrigen · Versteckt in Akten, streng geheim · Und was nicht ist, kann nie gewesen sein

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr


Dankeschön

Danke, dass ich mich darüber freuen kann · Etwas zu tun, was mich einen Scheiß interessiert · Danke, für alles, was mich nicht sofort umbringt · Mein Leben zerstört und komplett ruiniert · Schönen Dank für all die guten Gaben · Danke dafür, dass ich noch leben darf · Und sonst gibt es nur noch eins zu sagen: Steckt euch den Zeigefinger in den eigenen Arsch · Danke, dass ihr meine Zeit verschwendet · Dafür, dass mein Rückgrat so flexibel ist · Dass ich mein Leben verschenke · Und wenn ich geh’ keiner etwas vermisst · Ich danke untertänigst für alles, was mir fehlt · Und dafür, dass mich schon seit Jahren der Kehlkopfkasper quält ·
Ich weiß um meine Rolle, weiß, wie gering ich bin · Und alles, was um mich geschieht, nehme ich als selbstverständlich hin · Und auch ein Danke dafür, dass ich ein Unrecht ehren darf · Das ihr mit Füßen tretet · Dafür, dass ich mein Leben verschlaf

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr


Wüstensohn

Ich stehe vor einer weißen Wand und öffne eine Tür · Ein lauter Schrei hallt durch die Jahre hinter mir · Ein Rauschen im Kopf und ein Pfeifen in den Ohren · Irgendwas kommt auf mich zu, doch ich hab seine Spur verloren ·· Langsam fang ich an zu spüren, wie die Zeit verinnt · Wie alles um mich rum zu rasen beginnt · Mein eigenes Leben immer schneller marschiert · Und dass sowas wie Vergangenheit tatsächlich existiert · Ich verbleibe mit weiß-der-Teufel-was · Und vielleicht bis zum nächsten Mal · Es wird genauso oder anders sein · Und wenn nicht, ist es auch egal · Vergiss all die groSSen Worte · “Niemals” und “In alle Ewigkeit” · Und wenn auf die Nacht ein Morgen folgt · Dann wird Es langsam allerhöchste Zeit! · Ich war in der Wüste, bin ziellos rumgeirrt · Ich war an einem Ort, an dem nur das Vergessen zählt · Niemals die eigene Wahrheit geklärt · Und bin wohl bis heute nie so ganz zurückgekehrt

[Text] Oliver Stöhr [Musik] Oliver Stöhr